Chevron Tankstell in den USA. Michael Rivera (https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Chevron_Gas_Station,_US_19_41,_Griffin.JPG), „Chevron Gas Station, US 19 41, Griffin“, Zuschnitt MN24, https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/legalcode
Die US-amerikanische Ölgesellschaft Chevron Corp. plant, in den kommenden Wochen rund eine Million Barrel Rohöl aus Venezuela zu exportieren. Dies erfolgt, kurz nachdem die Regierung von Präsident Donald Trump dem südamerikanischen Staat vorgeworfen hatte, Einnahmen aus dem Ölgeschäft zur Finanzierung von Drogenhandel und Terrorismus zu nutzen. Chevron verfügt über eine von den Vereinigten Staaten erteilte Lizenz, um in Venezuela zu bohren und Öl zu exportieren. Nach Angaben von Bloomberg wurde kürzlich eine Ladung auf dem Tanker Searuby verladen; derzeit wird ein weiteres Schiff, die Minerva Astra, beladen.
Die US-Regierung hat unterdessen einen weitreichenden maritimen Blockadeversuch gestartet, um sanktionierte venezolanische Schiffe an der Ein- und Ausfahrt aus Häfen zu hindern. Zuletzt wurde der Supertanker Skipper abgefangen – ein Schritt, der als beispiellos gilt. Als Folge dieser Maßnahmen haben mehrere sogenannte „Geisterschiffe“ die venezolanischen Gewässer verlassen, während andere Schiffe die Region meiden.
Chevron selbst ist von den Sanktionen ausgenommen, die US-Behörden erwarten, dass die Schiffe des Unternehmens weiterhin frei navigieren können. Analysten sehen darin ein strategisches Signal: Trotz der angespannten politischen Lage bleibt der Zugang venezolanischer Ölressourcen für US-Firmen offen. Bereits im Januar soll weitere venezolanische Rohöl-Lieferungen in die Vereinigten Staaten erfolgen, nachdem Chevron mindestens zehn Ladungen verkauft hat.
Die Entwicklungen spiegeln die komplexe Situation auf dem Ölmarkt Venezuelas wider. Während Washington den Druck auf Caracas erhöht, sichern sich US-Unternehmen weiterhin vertraglich abgesicherte Lieferungen. Die Lage verdeutlicht die Spannungen zwischen wirtschaftlichen Interessen und geopolitischer Strategie in Lateinamerika, die auch in den kommenden Monaten maßgeblich die Öltransporte und den Handel mit Venezuela prägen dürften.